Bad Salzuflen

Tag der offenen Tür im Tierheim Bad Salzuflen
Dringend auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen

(gs). Vor täglich neuen Herausforderungen sehen sich die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter des Tierheims an der Ziegelstraße in Bad Salzuflen: Woher das Geld für Futter, Tierarzt- und Betriebskosten nehmen? Beim Tag der offenen Tür wurde verdeutlicht, mit welchen Problemen das Team zu kämpfen hat.
?Unser Katzenhaus ist überfüllt?, so Irmtraud Fleischmann, ?wir haben in diesem Jahr eine Flut von Katzenbabys zu verzeichnen. Über 70 kleine Katzen haben wir aufgenommen, in den Jahren zuvor waren es deutlich weniger. Wir sind finanziell und aufnahmemäßig am Ende der Fahnenstange angekommen, Tierarzt- und Betriebskosten fressen uns auf?. In der vergangenen Woche passierte es, dass kleine Katzen einfach über den Zaun geworfen wurden und weitere fünf Babys wurden neben einem Glascontainer an der Gaststätte ?Werler Krug? an der B239 einfach ausgesetzt. ?Wir streben eine Kastrationsverordnung für freilaufende Katzen an und hoffen, dass wir damit im kommenden Jahr weiter kommen?, so Fleischmann weiter. Trotz der momentanen guten Vermittlung ist laut Fleischmann die Katzenflut nicht ?in den Griff? zu bekommen: ?Wir benötigen dringend Hilfe aus der Bevölkerung ? egal ob Geld- oder Futterspenden, Paten- oder Mitgliedschaften, wir brauchen einfach alles?. Eine Patenschaft ist ab 5 Euro/Monat möglich, eine Mitgliedschaft im Tierheim kostet 30 Euro im Jahr. ?Ohne die Hilfe aus der Bevölkerung wissen wir nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Wir möchten die Tiere ohne Bauchschmerzen versorgen?, so Fleischmann weiter.
Im Hundehaus wohnt der Finnenspitz Bella, der sich sehr gut mit anderen Hunden aber nicht mit Katzen verträgt. ?Das Problem ist, dass Bella bereits neun Jahre alt und deswegen schlecht vermittelbar ist?, sagte Melanie Vogt, ?da Bella sehr redefreudig ist und auch den Spitznamen Bellchen hat, ist der Aufenthalt in einer Mietwohnung nicht so gut für ihn?. Obwohl Bella momentan in einer Pflegefamilie wohnt, würde sie sich über ein endgültig neues Zuhause bestimmt sehr freuen.
Gina ist ein Staffordshire-Terrier und ist unverträglich mit Artgenossen. ?Er benötigt eigentlich nur einen Sofaplatz?, so Vogt weiter, ?kann in Mietwohnungen gehalten werden, auch wenn alle Familienmitglieder arbeiten. Er ist absolut ruhig und kann gut allein bleiben?. Laut Verordnung muss Gina jedoch einen Maulkorb tragen, auch der Terrier sucht ein neues Zuhause.
Aus finanziellen Gründen musste das Tierheim das Personal einschränken, neben zwei festangestellten Mitarbeitern stehen noch zwei Aushilfen zur Verfügung, vom Arbeitsamt werden so genannte ?Ein-Euro-Jobber? zur Verfügung gestellt. Die Kapazitäten sind ausgeschöpft, deshalb der Aufruf an die Bevölkerung zu spenden. Wer den ein oder anderen Euro übrig hat, kann dies unter folgenden Bankverbindungen machen: Volksbank Bad Salzuflen Konto 12 104 800 (BLZ 482 914 90) oder Sparkasse Lemgo Konto 10 439 (BLZ 482 501 10).

Fotos: Günter Schröder (red)


Foto 1: Diese fünf kleinen Katzenbabys wurden in der vergangenen Woche in einem Pappkarton neben einem Glascontainer an der B239 ausgesetzt

Foto 2: Gina (links) und Bella suchen ebenfalls ein neues Zuhause, derzeit werden sie von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Kerstin Wolter betreut




eingetragen: 03.11.2010 - 11:24 Uhr



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